Blitz bei Reportagen

Neben meinen privaten Projekten mache ich auch Bilder bei Veranstaltungen und Reportagen, die dann in Fachzeitschriften oder online verwendet werden. Dabei entstehen Bilder von Produkten, Portraits bis hin zu dynamischen Bildern bei Feiern, Events oder Reden.
Bei Produkten oder Portraits kann noch ein „Studio“ improvisiert werden, was zu einer deutlich besseren Lichtsetzung führt. Feiern, Reden und ähnliche Veranstaltungen machen ein solches Vorgehen leider unmöglich. Hier ist schnelles und sehr mobiles Fotografieren gefragt, was unweigerlich dazu führt, dass der Blitz auf der Kamera sitzt und von Pressefotografen drinnen wie draußen benutzt wird.

Reportage und der Blitz auf der Kamera

Wenn du dir die Bilder von Pressekonferenzen oder andere Bilder anschaust, auf denen eine Horde Fotografen zu sehen ist, stellst du fest, dass diese eigentlich immer einen Blitz auf der Kamera haben und diesen so gut wie immer benutzen. Warum machen die das?

Bei dynamischen Veranstaltungen wie Feiern, Reden, Vorträgen usw. sind für Fotografen neben der Notwendigkeit, verwertbare Bilder liefern zu müssen, auch einige Unwägbarkeiten, was die Gestaltung betrifft festzustellen. Die Personen bewegen sich nicht immer so, wie man das gerne hätte (wegdrehen, Blickrichtung, usw.), sie sehen manchmal unvorteilhaft aus (Augen geschlossen, Mund offen beim Reden, usw.) oder das Licht der Umgebung ist einfach ungünstig (Gegenlicht, zu wenig Licht, zu viel Licht). Während die ersten Probleme durch schnelle Bildfolgen und das Abpassen des richtigen Moments noch gelöst werden können, sieht es beim Licht völlig anders aus.

Beim Festabend und der Siegerehrung der Deutschen Meisterschaft der Floristen in Berlin habe ich festgestellt, warum es eine gute Idee ist, den Blitz auf der Kamera zu haben. Es gab bei der Veranstaltung auch Lichteffekte, und ich hatte mir vorgenommen diese nicht mit Blitz zu zerstören. An der Bühne war an Blitzen über Bande (bouncen) nicht zu denken, und darum habe ich den Aufsteckblitz nicht auf die Kamera geschnallt. Hier drei Beispiele, warum es besser gewesen wäre:

Wie auf den drei Bildern gut zu sehen ist, haben alle sehr dunkle Schatten im Gesicht. Diese stören mich jetzt nicht wirklich, sie sind mir einfach nur zu dunkel. Mit einem Blitz auf der Kamera hätte ich die Schatten ein wenig aufhellen können, ohne die Gesichter gleich platt zu blitzen. Ein TTL-Blitz kann ja per Belichtungskompensation dazu gebracht werden, weniger als gemessen an Licht abzugeben. Die ISO-Werte habe ich so hoch gewählt, dass die Reichweite des Blitzes kein Problem darstellt, und bei -1,5 EV wirkt der Blitz auch nur als Fülllicht für die Schatten, ohne diese zu zermatschen. Aber ich hatte den Blitz halt nicht auf der Kamera, und darum habe ich hier jetzt deutliche Schatten und eigentlich suboptimale Bilder. Lessons learned!!!

Positionswechsel bei Reportage

Auch bei meinen Projekten wechsle ich ständig die Position. aus der ich fotografiere. Daher weiß ich, dass es so zu völlig anderen Lichtstimmungen und Beleuchtungssituationen kommt. Genau das nutze ich auch bei der Reportagefotografie. Nicht nur dass der Winkel und somit auch der Kontext ein anderer wird, auch der Winkel des Lichtes ist völlig anders. Dadurch kann ich auch ohne Blitz mir die Schatten so legen wie ich das möchte. Bei den folgenden Bildern habe ich genau das getan. Es kann ein Schritt zur Seite ausreichen oder manchmal muss ich komplett von einer Seite der Bühne auf die andere wechseln:

Sieht doch schon besser aus?!
Das nächste Mal habe ich bestimmt meinen Blitz auf der Kamera und werde ihn auch benutzen. Wenn ich die Lichtstimmung nicht zerstören möchte, dann nutze ich die Belichtungskompensation und regle ihn einfach runter. Wenn ich den Blitz gar nicht haben möchte, kann ich ihn ja ausschalten!!!

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