Konzertfotografie, oder die Zusammenarbeit mit Filmteams

Bei Veranstaltungen, Events oder auch Konzerten ist neben mir und anderen Fotografen auch schon mal das ein oder andere Filmteam vor Ort. Das hat Vorteile für mich als Fotograf, bietet aber auch Konfliktpotential. Beides möchte ich im folgenden Beitrag näher ausführen.

Unterschiede zwischen Film und Foto

Als Fotograf erzeugt man sogenannte stehende Bilder. Filmaufnahmen hingegen erzeugen bewegte Bilder. Technisch werden beide Bildarten durch das Zusammenspiel von Blende, Zeit und Empfindlichkeit des Aufnahmenmediums erzeugt. Der Unterschied liegt aber in der Anzahl der Bilder, die wir sehen.
Ein Foto ist eine einzige Aufnahme zu einem bestimmten Zeitpunkt. Dieses kann so lange betrachtet werden, wie man möchte. Um eine Bewegung wiederzugeben, werden mehrere Bilder mit kleinen Veränderungen in schneller Folge hintereinander gezeigt. Ab etwa 14 bis 18 Bildern pro Sekunde nehmen wir Menschen diese als bewegtes Bild wahr. Daher müssen auch in dieser Zeit mindestens so viele Bilder erzeugt werden. Moderne Filmkameras zeichnen 25 bis 30 Bilder pro Sekunde auf. Es gibt natürlich noch mehr technische Unterschiede der Filmkameras, aber diese möchte ich hier nicht weiter ausführen.

Vorteile durch Filmaufnahmen bei Veranstaltungen

Ein wesentlicher Vorteil von Events oder Konzerten, bei denen Filmcrews anwesend sind, ist, dass diese für ihre Produktion eine bestimmte Menge an Licht benötigen. Das hängt mit der hohen Anzahl an Einzelbildern zusammen. Daher wird häufig durch die Beleuchter mehr Licht bereitgestellt oder ein sogenannter Verfolger eingesetzt. Dieser beleuchtet dann das Hauptmotiv und bei Personen oder Shows wird der Hauptakteur durch diesen Scheinwerfer kontinuierlich beleuchtet und in seinen Bewegungen verfolgt.
Mehr Licht für die Filmleute bedeutet für mich bessere Aufnahmebedingungen. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Denn dann bin ich weniger im Grenzbereich der Kamera und erhalte somit bessere Bilder.

Konflikte wenn man mit Filmteams zusammen arbeitet

Bei einer Veranstaltung oder einem Konzert möchte natürlich jeder der Anwesenden seine Bilder so machen, wie er will. Während die Fotografen da recht flexibel sind, ist das bei Filmteams schon schwieriger. Durch die Technik sind diese dann auch unter Umständen auf Stative angewiesen oder eine andere stabile Aufnahmeposition. Das Ziel ist, verwackelte und springende Bilder zu vermeiden (jeder kennt die verwackelten und hektischen Telefonfilme aus dem Internet).

Generell kann ich sagen, dass das, was mich beim fotografieren stört, auch andere, so auch Filmteams, stören wird. Wenn ich vor der Filmkamera eines Kollegen meine Bilder machen möchte, frage ich ihn vorher, ob das geht und welchen Aufnahmewinkel er hat. Dann können wir gemeinsam festlegen, wie weit ich mich bewegen kann, ohne ihm ins Bild zu laufen. Ist das nicht möglich, versuche ich unter der Filmkamera zu bleiben und so nicht ins Bild zu kommen. Wichtig dabei ist, nicht an das Stativ des Kameramannes zu kommen. Denn das gibt richtig Ärger. Nicht nur weil das Equippment teuer ist, sondern auch weil die Bilder verwackelt werden. Das schätzen die Kollegen gar nicht. Daher halte ich immer einen Sicherheitsabstand zu den Stativen der Filmcrews ein.

Sind die Filmkameras auf einem Podest aufgebaut, ist es keine gute Idee, dieses ungefragt zu betreten oder sich nur drauf zu setzen. Ich habe das mal gemacht und der Kameramann war nichrt sehr amüsiert. Denn auch das Anlehnen oder auf das Podest setzen führt schon zu relevanten Erschütterungen, die die Kamera zum beben bringen. Die Folge sind wieder verwackelte Bilder und der Ärger mit den Filmleuten.

Fazit:

Ist ein Filmteam anwesend, gibt es bei Konzerten oder Events immer mehr Licht. Das macht es mir einfacher, meine Bilder zu machen.

Was die Zusammenarbeit mit anderen Fotografen oder Filmteams angeht, sollte man darauf achten, sich so zu verhalten, dass man den anderen nicht stört. Am besten vorher miteinander absprechen, welche Aufnahmewinkel und Einstellungen man hat. So kommen wir uns nicht in die Quere und jeder kann seine Bilder respektive seinen Film machen.

Von den Stativen und den Podesten der Filmkameras fern halten. Denn die Bilder werden dann verwackelt und das gibt Ärger mit den Filmleuten. Wenn man doch mal auf ein Podest möchte, vorher fragen. Beim Verlassen des Podestes gilt dann das gleiche. Der Kameramann sagt, ob und wann es geht.

Und hier noch ein paar Bilder:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.