Sterntaler – Balance von Blitz und vorhandenem Licht

Wie ich hier schon geschrieben habe, hat Ulrike dieses Jahr das Thema Märchen. Diesmal wollte sie Sterntaler umsetzen, und ich war wieder als Assistent mit dabei. Glücklicherweise nur für das Licht und ein paar Bilder von Set. Normalerweise mag ich es nicht, eine Kamera in die Hand zu nehmen, wenn jemand anders als Fotograf ein Shooting hat. Wenn ich der Fotograf bin, dann möchte ich das auch nicht und dem Model gegenüber ist dann auch klar, wer der „Chef“ am Set ist.
Doch heute geht es hauptsächlich um das Licht und die Balance zwischen verschiedenen Lichtquellen. Auch deshalb, weil Ulrike keine Sterne mit der EBV (Photoshop oder ähnliches) einbauen wollte.

Sterntaler, Planung und Vorbereitung

Für diese Bilder mussten wir einige Vorbereitungen treffen. Denn neben einem Model brauchten wir auch die geeignete Location und natürlich die passenden Sterne. Das alles stellte sich etwas schwieriger dar als wir dachten.
Bei der Location brauchten wir einen „dunklen Wald“, der nicht zu weit entfernt liegt, denn das Wetter ist dieses Jahr für Outdoorbilder eher suboptimal. Doch zum Glück haben wir keine 100 Meter von uns zu Hause einen geeigneten Platz gefunden.
Bei der Modelsuche hat Ulrike deutlich länger gebraucht. Denn das gestaltete sich diesmal etwas schwieriger. Doch mit Melanie hat sie dann ein richtig gutes Model gefunden. Nicht nur, dass sie eine gute Körperspannung hat, sie kann sich auch gut in eine Rolle hineinversetzen. Beides Eigenschaften, die ein Model auszeichnen.
Die Sache mit den Sternen gestaltete sich dann als echte Herausforderung. Ulrike experimentierte bestimmt drei Monate an den geeigneten Sternen herum. Von Wunderkerzen, über Tischfeuerwerk bis hin zu Tortendekorationen, die Funken sprühen. Alles stellte sich als ungeeignet heraus. Entweder qualmt es zu stark, oder es liefert keinen reproduzierbaren Sterneregen. Durch Experimente mit einer Lichterkette haben wir dann die Idee mit LED-Sternen entwickelt. Der Vorteil ist, dass wir durch die Belichtungszeit die Intensität der Sterne steuern können. Doch dazu gleich mehr.

Nachdem die LED-Sterne da waren, habe wir sie an einem Draht befestigt und mit dunklem Tape abgeklebt. Der Sinn dahinter ist, den Draht zum Formen zu nutzen und durch das Tape Draht und Kabel der Sterne unsichtbar zu machen. Das Formen hat wunderbar funktioniert, aber den Draht verschwinden zu lassen hat nicht ganz funktioniert. Vor schwarzem Hintergrund klappt das prima. Trotzdem musste Ulrike in der Nachbearbeitung ein wenig Draht entfernen. Vor allem weil, wir nicht daran gedacht haben, dass Blitzlicht auch von einem dünnen Draht Schatten werfen kann. Aber das war ein lösbares Problem.

Balance von Blitz und vorhandenem Licht

Nachdem Melanie bei uns war und sich geschminkt hatte, ging es auch schon los. Ich habe erst mal das ganze Lichtequippment zur Location geschleppt.

Da es hellichter Tag war, musste Ulrike das Tageslicht ausblenden. Schließlich war eine Nachtstimmung beabsichtigt. Das geht wunderbar über die ISO und Belichtungszeit. Da wir aber auch noch die LED-Sterne mit einbauen wollten, und diese ebenfalls Dauerlicht sind, wirken sich diese Einstellungen auch auf sie aus. Unser „Wald“ war aber so dicht, dass kein Sonnenlicht oder Reflektionen von Sonnenlicht in diesen Bereich gefallen ist. Somit haben wir die Belichtung so gewählt, dass die LED-Sterne gut zu erkennen sind und trotzdem war unser Set noch deutlich unterbelichtet. Um nicht zu sagen komplett schwarz.

Davon ausgehend habe ich den ersten Blitz mit einem Schirm ausgestattet und auf den Hintergrund gerichtet. Dadurch konnte der „Wald“ passend mit Licht versorgt werde. Neben der Leistung und der Entfernung des Blitzes hat nur noch die Blende und die ISO einen Einfluss auf die Helligkeit. Nachdem das passte, habe ich Ulrike das Hauptlicht aufgebaut und so positioniert wie sie es haben wollte. Die Leistung passten wir dann ebenfalls an, und dann ging es auch schon los. Da Melanie etwas dunkle Haare hat, kam im Verlauf des Shootings noch ein dritter Blitz dazu. Diesen richtete ich so auf sie, dass ihre Haare eine Lichtkante bekamen und sich somit vom dunklen Hintergrund ablösten.

Hier einige Bilder und BTS-Shots dazu:

Und hier ist der Artikel von Ulrike zu finden.

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