Faschingsmilonga in der Academia de Tango

Am letzten Samstag war ich mit Ulrike zusammen bei der Faschings-Milonga in der Academia de Tango. Das Motto war „Back to the Roots“ oder Milonga Erotica. Die Kostüme waren dementsprechend. Es gab schwere Jungs, Seemänner, leichte Mädchen und elegante Damen. Fabiana und Julio gaben eine kleine Vorführung und die Stimmung war ausgelassen. Im Vorfeld gab es eine Lesung, die habe ich aber verpasst.

Eventfotografie, Probleme und deren Lösung

Diesmal habe ich mir die Aufgabe gestellt, Tango als Bewegung sichtbar zu machen. Da es eine Tanzveranstaltung war und die Gäste Eintritt bezahlt haben, kann man sich als Fotograf nicht so frei bewegen oder den Menschen mit der Linse ins Gesicht springen. Schon gar nicht auf der Tanzfläche. Auch verbietet es sich hier, Lampenstative und ähnliches aufzubauen, da sie eine Stolperstelle und somit eine Unfallgefahr darstellen.

Wie immer war der Raum sehr dunkel, was bedeutet, dass neben der Einstellung von hohen ISO-Werten, ein lichtstarkes Objektiv mit möglichst offener Blende und der Einsatz des Blitzes notwendig ist.
Manuelles Blitzen kann man unter diesen Bedingungen vergessen. Ständig verändert sich die Entfernung der Tänzer zur Lichtquelle oder zur Kameraposition, also muss der Blitz über die TTL-Funktion auf der Kamera betrieben werden.

Da ich direktes Blitzlicht absolut nicht leiden kann, kommt es für mich nicht in Frage. Dann könnte ich gleich mit dem Mobiltelefon Bilder machen. Also muss der Blitz über Bande gespielt werden, oder anders gesagt: ich habe ihn über die Wände oder Decke gebounced – eine ideale Technik, um schönes indirektes Licht zu erzeugen. Vor allem dann, wenn ich wenig Platz beanspruchen möchte. Ausserdem bin ich so beweglich und kann meine Position sehr leicht verändern.
Also eine ideale Lösung der oben beschriebenen Probleme.

Wie zeigt man  nun die Stimmung und die Bewegung im Tango?

Eine gute Frage. Die habe ich mir bei etlichen Shootings auch schon gestellt. Wenn ich die Verschlusszeit auf 1/125 Sekunde zum Blitzen gestellt habe, passiert folgendes: der Hintergrund wird sehr dunkel oder schwarz. Vor allem bei den oben beschriebenen Voraussetzungen. Der Blitz macht mein Motiv hell und friert es durch die kurze Abbrennzeit ein. Die Folge ist, dass ich die Lichtstimmung zerstöre und Bewegung oder Dynamik einfangen ist nicht.

Wenn ich jetzt aber die Verschlusszeit verlängere, dann kommt mehr Umgebungslicht mit auf das Bild. Dadurch wird der Hintergrund heller und die Lichtstimmung wird deutlich. Dazu kommt, dass bei Verschlusszeiten von einer 1/4 bis 1/2 Sekunde sehr deutlich Bewegung mit ins Bild kommt. Das kann die Bewegung der Kamera sein (also die zittrigen Finger des Fotografen) oder die Bewegung der Modelle (was hier der gewünschte Effekt ist). Normalerweise ist diese Bewegungsunschärfe ein eher unerwünschter Effekt bei der Fotografie von Menschen.

Wenn ich aber nun beide Effekte kombiniere, dann kann ich die Lichtstimmung des Raumes und die Bewegung der Tänzer in einem Bild festhalten. Der Trick an der Sache ist, dass der Blitz mir die Bewegung zum Teil einfriert.
Durch die verlängerte Verschlusszeit bekomme ich genug Umgebungslicht, um die Lichtstimmung auf dem Bild zu sehen. Gleichzeitig werden schnelle Bewegungen als Wischeffekte (Bewegungsunschärfe) auch im Bild sichtbar. Langsame Bewegungen werden durch das Blitzlicht eingefroren. Dadurch werden diese dann scharf abgebildet. Ich habe also neben der Lichtstimmung scharfe und unscharfe Bereiche im Bild.

Jetzt aber zu den Bildern:

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