Posing für Fotografen Buchvostellung

Posing für FotografenHeute möchte ich ein weiteres Buch zum Thema Posing vorstellen. Das Buch der Autoren Kathy Hennig und Lars Ihring ist 2012 im Galileo Press Verlag mit der ISBN: 978-8362-1798-9 erschienen.

Inhalt des Buches

Das Buch ist in sieben Kapitel eingeteilt. Wobei die ersten fünf Kapitel zu den Grundlagen gehören. Das sechste Kapitel bildet den Hauptteil des Buches, mit verschiedenen Beispielen werden die vorher angesprochenen Aspekte zum Posing verdeutlicht. Das letzte Kapitel gibt ein Schlaglicht auf die Bildbearbeitung.

Das Buch kann somit in drei Bereiche gegliedert werden. Am Anfang stehen die Grundlagen zum Thema Model und Technik. Dabei werden hier auch Themen berücksichtigt, die ich so nicht erwartet hätte. So zum Beispiel die Themen Styling, Visagie oder welche Figurtypen es gibt und was diese tragen können. Daneben gibt es natürlich auch Fototechnik, Perspektive und wie man Modelle für seine Bilder finden kann.

Im zweiten Teil dreht sich alles um das Thema Posing und wie es in verschiedenen Shootings umgesetzt wird. Dabei wird in jedem Kapitel neben dem Posing der Fokus auf einen anderen vorher angesprochenen Aspekt gelegt.

Der letzte Bereich, die Bildbearbeitung, beschränkt sich auf zwei Techniken, die in der digitalen Nachbearbeitung angewendet werden. Neben dem Verflüssigen-Werkzeug wird auch das Abwedeln und Nachbelichten angesprochen. Sie sollen das Thema Posing abrunden.

Über die Autoren

Die Autoren sind als Fotografen in Leipzig ansässig und betreiben dort ein Fotostudio. Neben der Fotografie im Bereich Business, Babys, Familien und Events liegt ein Schwerpunkt im Bereich Aktfotografie. Daneben geben sie Workshops, Kurse und von ihnen sind auch noch andere Bücher zur Fotografie im Galileo Verlag erschienen.

Meine Meinung zu dem Buch

Beide Autoren erwähnen bereits im Vorwort, dass dieses Buch kein Posen-Katalog ist. Sie sehen es vielmehr als Anleitung zur Wirkung von Posen und wie diese mit den Mitteln der Fotografie verändert werden können.

In diesem Zusammenhang fällt mir positiv auf, dass sie gleich am Anfang darauf hinweisen, wie wichtig Emotionen für die Bildaussage sind. Neben der Bildidee ist die Story, die erzählt werden soll, von Bedeutung. Nicht zuletzt richtet sich die Planung, die Pose und deren Anleitung und alles andere danach.
Auch wenn ich im Traum nicht daran denke, ein Model zu schminken, so finde ich das Kapitel zum Thema Visagie und Styling sehr hilfreich. Zeigt es doch, wie mit einfachen Mitteln das Gesicht verändert werden kann und welche Arbeit eine gute Visagistin oder Stylistin bei einer Fotostrecke leisten. Das Thema Fototechnik ist erfreulich kurz gehalten.

Fotografen, die Menschen fotografieren, wissen in der Regel, wie und wo sie Modelle finden, und sollten auch wissen, wie sie mit ihnen umgehen sollten. Trotzdem ist dieses Kapitel für den Einsteiger wichtig, denn es erhält hier wichtige Informationen zur Kommunikation und wie er seine Bildidee dem Model vermittelt. Außerdem wird er auf gängige Probleme beim Posing hingewiesen und wie sie zu vermeiden sind.

Der zweite Bereich des Buches, der sich mit dem eigentlichen Thema Posing beschäftigt, ist in weitere Unterthemen wie klassische Posen, Emotionen, Fashion, Männer, Gruppenaufnahmen und Akt unterteilt. Dabei wird anhand von einzelnen Beispielen bzw. Shootings neben der Pose auch immer ein anderer Aspekt, der zur Bildaussage beiträgt, besprochen. Das ist sehr verwirrend, denn es lenkt vom eigentlichen Thema ab. Zumal häufig auch kleine Tipps und Tricks eingestreut werden. Dadurch wird das Hauptthema deutlich in den Hintergrund gerückt, und der Leser wird verwirrt. Dabei sind diese Tipps zur Blickführung, Bildgestaltung oder dass Gesicht und Hände Emotionsträger sind, absolut wichtig. Doch da hätte ich mir mehr Übersicht und Ordnung gewünscht.

Was mir gut gefallen hat, war der Bereich zum Posing von mehreren Personen und Gruppen. In den meisten Büchern zum Thema Posing habe ich kein solches Kapitel gefunden. Ausgehend von zwei Personen und wie diese platziert werden können, bis hin zu Gruppenaufnahmen mit 8 Personen geben die Autoren Beispiele und Hilfen zum Posing. Auch hier wieder unter Beachtung der Bildidee bzw. der Bildaussage. Was mir ebenfalls gut gefallen hat, ist, dass das Thema Akt keinen größeren Stellenwert einnimmt als die anderen Themen.

Der dritte Bereich, die Bildbearbeitung, hätte meiner Meinung nach komplett wegfallen können. Zur Bearbeitung von Bildern gehört mehr als Verflüssigen oder Abwedeln und Nachbelichten. Beide Techniken verändern zweifelsohne die Körperform und somit das Posing, aber so ausführlich müssen sie nicht beschrieben werden. Zumal einige andere Techniken ähnliche Effekte erzeugen.

Mein Fazit zu dem Buch

Das Buch ist kein Posenkatalog, sondern vielmehr eine Übersicht zum Thema „wo und wie stelle ich mein Model hin“. Dazu kommen andere Faktoren wie Visa, Styling, Bildkomposition, die einen direkten Einfluss auf das Posing haben. Das ist in der Fülle erst mal verwirrend. Daher ist ein einmaliges Durchlesen des Buches nicht genug. Meiner Meinung nach ist es ein Arbeitsbuch, das auf jeden Fall mehrfach unter verschiedenen Aspekten durchgearbeitet werden sollte.
Sehr gut hat mir die Beschreibung zum Thema Visagie und der Gestaltung von Gruppenaufnahmen gefallen. Vor allem, dass die Bildidee in den Vordergrund gerückt wurde und beim weiteren Durchsehen des Buches wiederholt wird, ist mir positiv aufgefallen. Der Preis von etwa 40.- € ist angemessen und ich würde mir das Buch sicherlich wieder kaufen.

 

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