Shootingplan, ja oder nein?!

Wie kann ich zielgerichtet meine fotografischen Ideeen umsetzen? Eine Frage, die mich und SueM. Glamour-Shootingsicherlich auch viele andere Fotografen beschäftigt. Daher ist ein Shootingplan oder Moodboard das, was ich heute näher betrachten möchte.

Am Anfang ist die Bildidee

Durch unterschiedliche Quellen entsteht bei mir eine Bildidee, die ich gerne verwirklichen möchte. Wie ich dazu inspiriert werde und woher die Ideen kommen, wird Gegenstand eines anderen Beitrags in meinem Blog sein.
Oft ist die Bildidee eine vage Vorstellung oder auch nur eine Lichtstimmung. Das kann auch eine Szene aus einem Film oder ein Kinoplakat sein. Manchmal entstehen auch einfach so Bilder, die ich dann erst mal grob beschreibend in ein kleines Notizbuch schreibe. Sobald ich die Bildidee umsetzen möchte, kommt der Shootingplan bzw. bei mir das Moodboard ins Spiel.

Shootingplan, Moodboard, Bildbeschreibung, Storyboard oder Fotoskript?

pdf-150x150Es gibt viele Ausdrücke für die Planung einer Bildstrecke. Hier habe ich einen Beispiel-Shootingplan eingefügt. Eigentlich haben sie ihren Ursprung im Film. Denn hier muss das Drehbuch, also nur Text, in Bildsequenzen aufgeteilt werden. Diese sollen dann die Handlung, Stimmungen und Beziehungen der Charaktere zeigen. Da uns Fotografen einge Stilmittel des Films fehlen (keine Sprache, Einzelbilder und kein Bewegtbild, kein Schnitt) können wir uns eine gewisse begriffliche Unschärfe erlauben. Es ist als völlig egal, wie wir die Planung nennen. Alle haben eines gemeinsam, als Fotograf schreibe ich meine Bildidee auf. Ob das nun digital, als Mindmap oder ganz „old school“ mit Stift und Papier erfolgt, ist eingentlich nebensächlich. Wichtig ist, dass alle relevanten Informationen an einer Stelle zusammengetragen werden.
Dabei beschreibe ich die Szene so ausführlich wie nötig. Danach versuche ich Adjektive zu finden, die meine Szene möglichst konkret beschreiben oder eine Stimmung wiedergeben.

Wenn ich mir darüber klar bin, wie mein Bild später aussehen oder welche Stimmung es transportieren soll, kann ich an die weitere Planung gehen. Das beinhaltet neben der Locationsuche auch die Modelauswahl, die Wahl der Requisiten, Lichtsetzung, Objektivauswahl und Perspektive. Das alles wird dann ebenfalls in mein Moodboard bzw. den Shootingplan geschrieben. Häufig kommen auch Beispielbilder von anderen Fotografen mit dazu. Sie verdeutlichen mir dann die Lichtsetzung oder ein Detail, welches ich später in meinem Bild nutzen möchte. Außerdem geben sie einen ersten visellen Eindruck, wohin sich meine Idee entwickelt. Das wird gleich noch wichtig sein.

Shootingplan oder Moodboard weitergeben?

Wenn ich als Fotograf nun meine Bildidee auf diese Art konkretisiert habe und darin nicht wenig Arbeit steckt, stellt sich natürlich die Frage, ob ich dieses dann auch weiter gebe. Viele Fotografen haben eine gewisse Angst, dass auf diesem Weg ihnen die Bildidee von Model „geklaut“ wird. Also das Model die Bilder nicht mit ihnen, sondern mit einem anderen Fotografen umsetzt. Ich halte diese Angst für unbegründet. Denn meine Erfahrung hat gezeigt, dass bei gleichem Motiv und völlig gleichen Voraussetzungen zwei oder mehr Fotografen komplett unterschiedliche Bilder produzieren. Sie unterscheiden sich im Blickwinkel, Brennweite, Details und Blendenwahl, um nur einige zu nennen.
Wenn ich nun ein Model gefunden habe, das zu meiner Bildidee passen könnte, dann nehme ich mit ihm oder ihr Kontakt auf. Bei Interesse seitens des Modells schicke ich dann mein Moodboard und wir haben eine Diskussionsgrundlage für die Bilder, die entstehen sollen. Genau an der Stelle sind die Beispielbilder hilfreich. Häufig ist es so, dass dann das Model auch Requisiten beisteuert, die ich nicht habe, oder im Kleiderschrank noch Sachen findet, die bisher nicht beachtet wurden. Es kommt auch vor, dass ein Model dann eine eigene Bildidee beisteuert und wir diese mit aufnehmen.

Allerdings gebe ich nicht alle Informationen im Shootingplan an das Model oder die Visa weiter. Der Hintergrund ist, dass es die wenigsten Interessiert, wie ich meine Lichtsetzung plane oder welche Bennweite bzw. Blende ich verwenden werde. Diese Informationen stören eingentlich und lenken nur von der Bildidee ab. Ich habe das in dem Beispiel-Shootingplan eingetragen.

Ich würde mich über einen Kommentar freuen, wenn Du Ergänzungen oder eigene Ideen zu dem Beispiel-Shootingplan hast.

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